Bohnsdorfer- Verkehrsgeschichten in Wort und Bild

                                                                Dorfgeschichte

Am heutigen Dorfplatz wurde vermutlich im 13.Jahrhundert der Grundstein für den heutigen Ortsteil gelegt.
Im Jahr 1375 ließ Kaiser Karl IV. das Landbuch der Mark Brandenburg anlegen.
Die Siedlung, bestehend aus etwa sieben bis neun Gehöften im Oval um den Dorfplatz mit Kirche herum, wurde unter dem Namen "Bonistorp" bzw."Bonenstorf" eingetragen. Die Größe wurde mit "25 Hufen" angegeben. ( 1H. = ca. 30 Morgen oder 17 ha.) Bei Niederschrift des Landbuches gehörte das Dorf dem Berliner Lehnsbürger Hans von Aken. Die Dorfherrschaft wechselte in den folgenden Jahrzehnten häufig.
Die Siedlung Bohnsdorf hatte während der nächsten 200 Jahre ständig wechselnde Lehnsherren, meist Adlige aus Berlin- Cölln oder aus der Mark, von denen es aber- abgesehen von regelmäßigen Steuerzahlungen- allgemein in Ruhe gelassen wurde. Ein Tiefpunkt in der Geschichte Bohnsdorfs war die Zeit zwischen 1400 und 1420, als die Raubritter Johann und Conrad von Quitzow die Region unsicher machten und die Siedlungen rings um Berlin- Cölln plünderten.

Am 3. Januar 1571 starb Joachim II. von Brandenburg auf dem Wege nach Berlin. Sein vermuteter Todesort am Ende der heutigen Bohnsdorfer Joachimstraße zierte von 1845- 1940 ein Denkmal des Kurfürsten. Brandenburg, das sich schon zu Lebzeiten Martin Luthers der Reformation angeschlossen hatte, zog 1630 als Verbündeter Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg.
Durch die mehrmals plündernd durch die Mark ziehenden Heere verlor Bohnsdorf bis zum Ende des Krieges etwa 3/4 seiner Bevölkerung. Auch die mittelalterliche Kirche wurde schwer beschädigt.

Im historischen Ortskern wurde ab 1755 statt der zwischen 1375 und 1449 erbauten Kirche ein Neubau errichtet, der bis in die heutige Zeit vielerlei Veränderungen erfuhr. Im Ersten Weltkrieg, im Jahr 1917 wurde die größere der beiden Bronzeglocken und die zinnernen Orgelpfeifen zu Kriegszwecken entfernt und eingeschmolzen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Messingkronleuchter ebenfalls eingeschmolzen. Aber die Kirche am Dorfplatz selbst überdauerte die beiden Weltkriege. Als einziger barocker Sakralbau der Region neben der Sophienkirche in Berlin- Mitte und dem Kloster Neuzelle stellt sie ein besonderes Kleinod des Denkmalschutzes dar.


Der Dorfkern ( Anger ) 2006 mit freundlicher Genehmigung von Google


                        Die neu restaurierte geschichtsträchtige Dorfkirche am Anger


1764 trafen Siedler aus der Pfalz in Bohnsdorf ein und gründeten östlich des Dorfplatzes die Siedlung Neu-Bohnsdorf. Rund hundert Jahre später, 1865, vereinigten sich Bohnsdorf und Neu-Bohnsdorf zu einer selbstverwalteten preußischen Landgemeinde Bohnsdorf. 1877 erwarb der Müller August Urner in der Stadt Köpenick eine voll drehbare Bockwindmühle, die er mit Pferdefuhrwerken bis auf seinen Gutshof am Dorfplatz transportierte.

Die Mühle stand bis Anfang der 1980er am selben Ort und sollte eigentlich restauriert und unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Magistrat entschied dann aber, die Mühle zur Devisenbeschaffung an das damalige Museum für Verkehr und Technik (heute: Deutsches Technikmuseum Berlin) in Berlin-Kreuzberg zu verkaufen, wo sie noch heute ausgestellt ist. 1889 kam der Gartenbaudirektor Max Buntzel nach Bohnsdorf und erwarb ein Grundstück auf dem Falkenberg, auf dem er eine große Obstplantage anlegte. Außerdem baute er sich eine schlossähnliche Villa im Stil der Renaissance. Aufgrund finanzieller Nöte musste er Villa und Plantage jedoch schon 1906 wieder verkaufen. Die Gemeinde Bohnsdorf hat er dennoch geprägt: Der Falkenberg heißt seither bei den Anwohnern nur noch Buntzelberg
Berühmte Bohnsdorfer:
Max Buntzel (1850–1906), Gartenbaudirektor und Plantagenbesitzer Otto Mellies (geb. 1931), Theater- und Fernsehschauspieler, Synchronsprecher z. B. von Christopher Lee. Fritz Kühn (1910–1967), Fotograf, Bildhauer und Kunstschmied. Die Fritz-Kühn-Straße in Bohnsdorf ist nach ihm benannt.
Und berüchtigt:
Arno Funke, genannt „Dagobert“ (geb. 1950), Autor, Grafiker und verurteilter Kaufhauserpresser
Sowie übrige:
10.484 Einwohner ( Stand 31.12.2004) Kindertagesstätten:5 Grundschulen:1 Realschulen: 1